Die Auswahl des Tätowierers

Laßt Euch genügend Zeit bei der Wahl Eures Tätowierers!
Seht Euch ruhig in verschiedenen Studios und auf Conventions um. Lest einschlägige Zeitungen, Broschüren und Fachliteratur, sprecht mit Freunden und Bekannten und laßt euch ihre Erfahrungen erzählen. Macht eure Entscheidung für oder gegen einen Tätowierer bloß nicht vom Preis abhängig! Wichtiger sind da schon Kriterien wie Qualität und Hygiene. Eine unsachgemäß und unhygienisch durchgeführte Tätowierung kann zur Gesundheitsgefahr werden. Also seid anspruchsvoll, was diese beiden Punkte betrifft! Sie sind das A und O!

Vertraut Euch nur solchen Tätowierstudios an,

  • die eine Gewerbeanzeige nachweisen können,
  • die einen sauberen Arbeitsplatz vorweisen können,
  • die sterilisierte Bestecke oder sterile Einmalbestecke verwenden,
  • die einen funktionsfähigen Sterilisator besitzen, dessen Funktionsfähigkeit durch Qualitätskontrollen nachgeprüft und dokumentiert ist (Abwischen mit Desinfektionsmittel macht nicht steril),
  • die sich vor jedem neuen Kunden die Hände waschen und desinfizieren und jedes Mal die Handschuhe wechseln,
  • die Eure Haut vor Beginn desinfizieren,
  • die für jeden Kunden neue Farbe in Einmalnäpfchen füllen.

Seit besonders kritisch bei Tätowier- und Piercingangeboten in Discos, bei Vereinsfesten oder privaten Partys. Dort wird oftmals unter unhygienischen Voraussetzungen tätowiert oder gepierct. 

Woran erkenne ich einen guten Tätowierer?

"Gute Tattoos sind nicht billig und billige Tattoos sind nicht gut" (amerikanischer Tätowierer Sailor Jerry). Da ist was Wahres dran, obwohl man immer wieder feststellen muß, daß viele sehr gute Tätowierer bezahlbar sind und im Gegensatz kuriose "Tätowierungen" einiger "Künstler" die Geldbörse der jeweiligen Träger extrem geöffnet hat. Man sollte im Großen und Ganzen jedoch niemals nach dem Geldbeutel seinen Tätowierer erwählen, weil das Tattoo nicht wie eine Jeanshose "ausziehbar" ist. Diesen Faktor sollte man sich immer wieder vor Augen halten, wenn man sich seinen Tätowierer sucht.

Die Anzahl der Berufsjahre sind leider auch kein eindeutiges Kriterium für die Qualität der Arbeit eines Tätowierers, obwohl man das eigentlich denken sollte. Es ist halt mal so und mal so.
Auch die Anzahl und Masse der Vorlagenbücher sagt leider nichts über die Qualität der Arbeiten aus, zeigt nur eine Auswahl an Motiven, die derjenige im Laufe der Zeit zusammengetragen hat (gekauft, kopiert und ähnliches).

Die Qualität eines Tätowierers erkennt man nur an seiner Arbeit. Hierüber geben die Fotoalben der Tätowierer Aufschluß. Man erkennt die Ausarbeitung der Linienführung, Farben und Schattierungen. Man sollte sich wirklich viel Zeit mit der Betrachtung nehmen, weil sie ein gutes Bild des Könnens geben. Vorausgesetzt, es sind wirklich die eigenen Fotos, weil sich in der Vergangenheit schon einige mit "fremden Federn" geschmückt haben. Existieren keine Fotos ( z.B."Der Film muß noch entwickelt werden"), sollte man sofort wieder den Laden verlassen. Jeder potentielle Kunde hat die Möglichkeit, die Arbeiten verschiedenster Tätowierer zu vergleichen, Studios aufzusuchen, mit Künstlern zu sprechen, sich durch Lektüre von Magazinen und Büchern einen Überblick über verschiedene Arbeiten und Stile zu verschaffen und auf Conventions Tätowierte nach deren Erfahrungen zu befragen.
Laßt Euch auch nicht von irgendwelchen Pseudozertifikaten blenden, die manche Leute in ihren Geschäften zu hängen haben. Fast jeder Equipmentausstatter für Tattoobedarf bietet solche für einige DM zum Verkauf an.

Endfazit

Wer ein Brot mag, geht zum Bäcker, wer eine Wurst will, geht zum Fleischer, und wer ein Tattoo will, geht zum Tätowierer. Es gibt aber gute und schlechte Bäcker, gute und schlechte Fleischer und  gute und schlechte Tätowierer. Soweit so gut. Wenn mir bei einem Bäcker das Brot nicht schmeckt, dann geht man das nächste Mal eben zu einem anderen. Kein Problem. Bei Tätowierungen sieht das schon ein wenig anders aus: eine schlechte Tätowierung trägt man sein Leben lang mit sich herum, wenn man nicht einen Haufen Geld in eine Laserbehandlung investieren will oder einen Profi findet, der das irgendwie überarbeiten kann.

Nehmt die Sache mit der Auswahl ruhig ernst, weil Ihr Euch sonst nur selbst schadet und zu guter letzt den Pfuschern Euer Geld in den Rachen schiebt und diese damit am Leben erhaltet.


Informationen zur Wundheilung

Eine Wunde entsteht, wenn Gewebe beschädigt bzw. zerstört wird. Zerstörte Zellen sind der Auslöser für eine Entzündungsreaktion, die für die Aktivierung der körpereigenen Abwehr von Bedeutung ist. Bei einer Tätowierung werden jedoch keine Zellen zerstört, sondern nur leicht verletzt, daher wird sich das frische Bild auch nicht entzünden. 

Durch die leichte Verletzung kommt es im betroffenen Gebiet zu einer  leichten Rötung und Erwärmung der Haut. Sie sind Zeichen einer gesteigerten Durchblutung. Mit dem Wundsekret kommen auch vermehrt Zellen der Immunabwehr in den Bereich der Wunde. Die leichte Schwellung des tätowierten Bereiches ist Zeichen eines "Wundödems", bei dem es zu etwas vermehrter Wassereinlagerung in dem unter der frisch tätowierten  Haut befindlichen Gewebe kommt. Das führt zu einer kleinen "Schonhaltung". Das hört sich alles ziemlich radikal an, ist es aber nicht!

Die leichte Verletzung des tätowierten Bereiches  sorgt auch für die Bildung von Exsudat. Als Exsudat wird der vermehrte Austritt von Flüssigkeit und Zellen aus den Blut- und Lymphgefäßen bezeichnet. Wundexsudat enthält bis zu 6mal mehr Leukozyten, als normales Blut. Sie reinigen die Wunde, stimulieren die Heilung und die Immunabwehr. Exsudat wird gelegentlich auch als Wundsekret bezeichnet.  Ein feuchtes Wundmilieu unterstützt die Wundheilung. Eine anfängliche leichte Entzündung ist KEINE Infektion, sondern nur eine normale Reaktion der Haut, um den Abheilprozess zu aktivieren!

Sie aktiviert in verstärktem Maße die unspezifische und die spezifische Immunabwehrreaktion der Leukozyten.  Die Phagozyten der allgemeinen Abwehr beginnen umgehend damit, Fremdkörper zu vernichten. Die Lymphozyten, als Bestandteil der spezifischen Immunabwehr, neutralisieren spezifische Erreger. Die Farbpigmente werden nicht als Fremdkörper erkannt, weil es sich hierbei um hautverträgliche Naturstoffe handelt. Diese werden von der Haut ohne Probleme "akzeptiert".

Physiologisch verläuft eine Wundheilung immer nach den selben Regeln ab.

In unserem Fall bei einer frisch gestochenen Tätowierung setzt eine sogenannte "regenerative Wundheilung" ein.

Das bedeutet: oberflächliche Wunden, bei der nur die Epidermis und Teile des Coriums verletzt sind, heilen regenerativ. Bleiben die Basalzellen der Epidermis erhalten, was hier der Fall ist, so wird eine vollständige Regeneration eintreten. Das bedeutet, daß sich die Haut ohne Narbe genau so neu bildet, wie sie vorher war. (Nur mit dem kleinen Unterschied, daß nun plötzlich Farbpigmente in die Haut eingebracht worden sind, die nun das Tattoo bilden.) Zuletzt ist kein Unterschied mehr zu erkennen. Das ist z. B. auch bei leichten Schürfwunden der Fall. 

Alle anderen Wundformen heilen reparativ, die uns hier aber nicht weiter interessieren wollen.

Es bildet sich über dem frisch gestochenen Bild eine Schutzschicht aus an der Luft getrockneten Exsudat (Wundsekret), welche dünn oder auch sehr dick sein kann. Ursache ist dafür die Menge des austretenen Exsudats aus der frischen Wunde. Da nun ein Tätowierer darauf bedacht ist, die Haut so wenig wie möglich zu verletzen, wird auch nicht all zuviel Wundsekret aus der Wunde austreten. Da spielt jedoch noch die Veranlagung des Tattookunden eine Rolle. 

Fazit ist, daß eine Tätowierung nur eine leichte Oberflächenverletzung darstellt, die bei richtiger Pflege so abheilt, daß man ein Leben lang Freude an seinem Bild haben kann.

Einflüsse auf die normale Wundheilung

Ernährung

Bei der Regeneration geschädigten Gewebes steigt der Stoffwechsel des Körpers. Es besteht ein erhöhter Bedarf an allen Nahrungsbestandteilen. Eiweiß, Kohlenhydrate, Fette, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente müssen dem Körper in der Heilungszeit in ausreichendem Maß zur Verfügung stehen. Bei Mangel an einzelnen wichtigen Nahrungsbestandteilen ist eine schlechtere Wundheilung zu befürchten. In unserem Fall handelt es sich nur um eine oberflächliche Wunde, wo diesen Faktoren nicht all zu viel Bedeutung zugeschoben werden muß. 

Drogen und übermäßiger Alkoholgenuß

Das die Einnahme von Drogen die Wundheilung negativ beeinflusst, wird niemanden verwundern. Das liegt insbesondere daran, daß der körperliche Allgemeinzustand bei Drogenkonsumenten meistens etwas beeinträchtigt ist. Dabei sollten man bedenken, daß auch das Rauchen eine Sucht ist. Rauchen führt zu einer Veränderung der Blutgefäße. Insbesondere die Extremitäten werden immer schlechter durchblutet.  Bei Wunden führt die mangelnde Durchblutung zu einer Heilungsverzögerung. In unserem Fall auch nicht ganz so dramatisch, da es sich ,wie schon erwähnt, um eine oberflächliche Verletzung der Haut handelt. Man sollte trotzdem diesen Punkt nicht ganz außer Acht lassen.


 

Informationen zur menschlichen Haut

Der Mensch ist von oben bis unten in Haut "eingepackt". Diese Hülle ist ein lebenswichtiges Organ und hat als solches eine Menge zu tun. 

Faßt man alle Aufgaben zusammen, so bietet die Haut insbesondere Schutz:

  • Schutz vor Kälte, Hitze und Strahlung.
  • Schutz gegenüber Druck, Stößen und Reibung.
  • Schutz bei chemischen Schädigungen.
  • Schutz vor dem Eindringen von Mikroorganismen.
  • Schutz vor dem Verlust von Wasser und Wärme.

Durch ihren Säureschutzmantel wirkt die Haut aktiv gegen das Eindringen fremder Keime. Die Haut hat die Möglichkeit, bestimmte Wirkstoffe zu resorbieren und sie unterstützt durch ihre Durchblutung die Regulation von Kreislauf und Körperwärme. Durch das Ausscheiden von Schweiß verhindert sie die Überhitzung des Körpers.

Ganz wichtig ist auch die Funktion der Haut als das größte Sinnesorgan des Menschen. Über die Haut nehmen wir Vibration und Schmerz wahr. Wir können tasten und empfinden Druck- und Temperaturreize. Für alle diese Empfindungen gibt es Fühler, sogenannte Rezeptoren in unserer Haut. Erröten, erblassen und die Haare sträuben, auch das kann die Haut. Sie ist so auch Teil unseres Gefühlsempfindens. Über Duftstoffe, die Pheromone, sendet die Haut außerdem Geruchsbotschaften. Wird die Haut verletzt, so ist der Körper bestrebt, den verlorengegangenen Schutz so schnell wie möglich wieder herzustellen. Das Reparaturteam besteht aus vielen Zellen, die zum Teil vor Ort (in der Haut) und zum Teil von außerhalb (über das Blut) kommen und am Ort des Geschehens zusammenarbeiten. Damit die Haut ihren vielfältigen Aufgaben gerecht werden kann, ist sie, wie eine Zwiebel, in mehreren Schichten aufgebaut. In jeder Schicht befinden sich für sie typische Zellstrukturen, die entsprechende Funktionen erfüllen. 

Von außen nach innen gesehen besteht die Haut, die auch Cutis genannt wird, aus folgenden Schichten:

  • Epidermis oder Oberhaut,
  • Corium oder Lederhaut und
  • Subcutis oder Unterhaut.

Begrenzt wird die Haut durch die allgemeine Körperfaszie, die aus sehr festen Fasern, den sogenannten Kollagenfasern besteht. 

Der Aufbau der Haut

Querschnitt der menschlichen Haut

Die Oberhaut (Epidermis)

Die Epidermis ist die oberste Hautschicht. Sie setzt sich wiederum aus fünf unterschiedlichen Schichten zusammen:

  • Stratum corneum oder Hornschicht,
  • Stratum lucidum oder Glanzschicht,
  • Stratum granulosum oder Körnerzellschicht,
  • Stratum spinosum oder Stachelzellschicht und
  • Stratum basale oder Basalschicht.

Die oberen drei Zellschichten bestehen aus verhornten, abgestorbenen Zellen. In der Körnerschicht wird eine Vorstufe der Hornsubstanz Keratin, das Karatohyalin, hergestellt. Diese Substanz breitet sich in der darüberliegenden Glanzschicht in Form einer fettähnlichen Masse aus. Aus dieser Schicht schieben sich die verhornten Zellen weiter auf die oberste Ebene, die Hornschicht. Die alten Hautzellen sterben nach und nach ab und werden abgestoßen. Diese Schicht der Haut bildet eine mechanische Schutzbarriere gegen die Umwelt. Der Mensch "häutet" sich etwa alle 27 Tage.

Zwischen den verhornten äußersten Hautzellen und der tieferen Epidermis liegt eine elastische, gummiartige Schiebeschicht, welche Schläge auffängt, damit die Haut nicht verletzt wird. Weiter schützt die Epidermis vor Sonnenstrahlungen, wobei gewisse Zellen, Melanozyten genannt, den Farbstoff Melanin bilden. Dieser Farbstoff schützt die Hautzellen vor den UV-Strahlen, indem er sie ganz umhüllt. Die Melanozyten sind vor allem in den Bereichen des Körpers anzutreffen, die dem Sonnenlicht am meisten ausgesetzt sind. Dies sind Hände, Schultern und Gesicht.

Die Stachelzellschicht und die Basalschicht bestehen aus lebenden Zellen. Sie sorgen praktisch immer für den Nachschub für die drei oberen Hautschichten, in denen Hautzellen abgestoßen werden. Beim Verschluß von Wunden werden, ausgehend von der Basalschicht der gesunden Haut, neue Hautzellen gebildet und wandern langsam über die heilende Wunde.

Die Lederhaut (Cutis Dermis)

Die Lederhaut ist eine elastische Hautschicht, die einen hohen Anteil locker verwobenes Bindegewebe enthält. Sie ist in ihrem Aufbau ebenfalls in Schichten unterteilt und zwar in

  • Stratum papillare oder Zapfenschicht und
  • Stratum reticulare oder Netzschicht.

Die Papillen der Zapfenschicht sind fest mit der darüberliegenden Basalschicht der Epidermis verbunden. Sie sind durchzogen von feinen Blutgefäßen, den Kapillaren, die die Epidermis mit Nährstoffen versorgen. Auch die Lymphgefäße beginnen hier. In den Lymphgefäßen sammelt sich die Lymphe, eine Flüssigkeit, die durch den Austritt von Blutplasma aus den Blutgefäßen entsteht. Steigt der Kapillardruck der Blutgefäße, so erhöht sich auch die Lymphzufuhr. Die Lymphe wird im Lymphsystem gesammelt und in den Lymphknoten wieder in das Blutsystem eingebracht.

Bindegewebsfasern können Feuchtigkeit speichern und sind für die Geschmeidigkeit und die Elastizität der Haut zuständig. In der Zapfenschicht befinden sich ebenfalls die Rezeptoren für Wärme und Kälte und den Tastsinn. Im freien Bindegewebe sind auch noch eine Anzahl von Blut- und anderen Zellen, u.a. Fibroblasten, Makrophagen, Mastzellen, Lymphozyten, Plasmazellen, Granulozyten und Monozyten zu finden. Die Wärme- und Kältesinneszellen registrieren schon kleinste Temparaturschwankungen. Die Blutgefäße dehnen sich bei Wärme reflexartig aus. So kann ein schädlicher Wärmestau verhindert werden, und die Wärme wird sozusagen in andere Körperteile abgeleitet. Bei Kälte ziehen sich die Gefäße jedoch zusammen, so dass die Durchblutung vermindert wird. So wird der Außentemperatur eine kleinere Angriffsfläche geboten.

Zwischen den einzelnen Zellen befindet sich "freier Raum", das sogenannte Interstitium. Dieser Raum ist gefüllt mit einer geleeartigen Flüssigkeit, der Interzellularsubstanz. In diesem "Gelee" können sich die Zellen frei bewegen. Das ist wichtig, weil ein Großteil der Zellen im Interzellularraum Bestandteil der Immunabwehr sind. Sie werden bei der Wundheilung und bei Entzündungen benötigt.

In der Netzschicht sind weniger freie Zellen. Dafür enthält sie ein dichtes Netz aus Kollagenfasern parallel zur Körperoberfläche. Das Netz ist gefüllt mit elastischem Bindegewebe. Zusammen bewirkt diese Konstruktion die Festigkeit und die Elastizität der Haut. Dabei richten sich Bindegewebe und Kollagenfasern auf charakteristische Weise in bestimmte Richtungen aus. Es ergeben sich die sogenannten Langerschen Spaltlinien, die die Richtung der geringsten Dehnbarkeit der Haut markieren. Operative Schnitte werden, wenn möglich, entlang dieser Linien gesetzt. So werden klaffende Wunden und hypertrophe Narbenbildung vermieden.

Überaus empfindlich sind auch die Tast- und Schmerzrezeptoren. Vor allem in den Lippen und Fingerkuppen sind diese Sinneszellen in großer Anzahl vorhanden. Dies ist ein großer Vorteil, denn so können wir auch unsere Umgebung durchs Tasten erfahren.

Die Talg-, Schweiß- und Duftdrüsen sind ebenfalls in großer Anzahl vorhanden. Die meisten Schweißdrüsen befinden sich vor allem in den Achselhöhlen sowie an den Hand- und Fußflächen. Pro Tag schwitzen wir durchschnittlich einen halben Liter Wasser aus. Wenn wir uns jedoch großen körperlichen Anstrengungen aussetzen oder der Körper starke Hitze aushalten soll, schwitzen wir weit mehr Wasser aus. So bleibt die Körpertemperatur konstant. Der Schweiß besteht aus Wasser, Salzen, Harnstoff und Fettsäuren. Am Anfang, wenn er aus den Schweißdrüsen austritt, ist er noch geruchlos. Der typische Schweißgeruch entsteht erst durch die Bakterien, die auf der Haut leben und den Schweiß chemisch verändern.

Die Unterhaut (Subkutis)

Die Unterhaut besteht aus lockerem Bindegewebe, in das wie kleine Kissen Fettpolster eingelagert sind. Dadurch, dass die einzelnen Fettzellen mit mehreren anderen verbunden sind, erhält die Haut einen festen Aufbau, der zugleich eine größere Elastizität ermöglicht. Die dünne Fettschicht in der Unterhaut soll vor allem vor Kälte schützen, sie dient aber auch als Energiespeicher. Das Fett wird allerdings in den verschiedenen Hautregionen im Körper unterschiedlich viel gespeichert. Durch die Hormone sind die Speicherorte des Fetts aber schon vorgegeben. Deshalb bilden die Frauen ihre Fettdepots vor allem im Bereich der Hüften, des Gesäßes und der Oberschenkel aus. Männer dagegen bilden ihr Fett direkt um die Leibesmitte herum ab.

Durchzogen wird das Bindegeweben von Ausläufern der festen Fasern der Lederhaut. Diese Fasern sind fest mit der unter der Subcutis liegenden Körperfaszie verbunden. So haben sie die Funktion von Haltebändern, die die Haut mit dem darunterliegenden Gewebe verbinden. Je nachdem, wie stark diese Haltebänder entwickelt sind, läßt sich die Haut auf ihrer "Unterlage" verschieben, z. B. auf dem Handrücken, oder nicht, z. B. unter der Fußsohle.

An die Hautschichten schließt sich die allgemeine Körperfaszie an. Sie besteht aus sehr festen Kollagenfasern. Je nach Körperregion folgt dann Muskulatur, Knochen, Knorpel oder Fett.

Zur untersten Hautschicht gehört noch eine weitere wichtig Funktion, nämlich die Speicherung von Wasser. Etwa ein Drittel des gesamten Wasservolumens im Körper wird hier abgelagert. Zudem werden die Wasservorräte ständig ausgetauscht und erneuert. Unangenehme Wassereinlagerungen, man nennt sie auch Ödeme, bilden sich dann, wenn dieser Vorgang nicht richtig Funktioniert. Die geschwollenen Beine bei heißem Wetter sind wohl das bekannteste Beispiel dafür. Durch die Hitze werden die Gefäße erweitert und somit setzt sich mehr Flüssigkeit nach unten ab, und der Rücktransport wird schwieriger.

Die drei Hauttypen

Normale Haut

Die Haut ist nicht an allen Körperstellen gleich. Das kommt ganz auf die Belastungen und die Aufgaben an, die die Haut in diesem Bereich erfüllen muss.

Auch im Gesicht ist die Haut verschieden beschaffen: In der Gesichtsmitte herrscht eher fettige Haut. In den restlichen Zonen ist die Haut dagegen eher trocken. Man spricht hier also von der T-Zone (vom Kinn über die Nase zur Stirn und über die Augenbrauen).

Eine solche Haut ist ideal, weil sie den Anforderungen der Umwelt am meisten gerecht wird. Die Zonen außerhalb der T- Zone sind den direkten Einflüssen wie Wind, Sonne, Regen, Kälte oder Hitze nicht so stark ausgesetzt und benötigen deshalb weniger Talgdrüsen.

In der Gesichtsmitte hingegen ist intensiver Schutz notwendig, weshalb dort auch zahlreiche Talgdrüsen vorhanden sind. Sie produzieren den Hauttalg, der die Haut mit einem schützenden Film überzieht. So ist sie gut geschützt gegen Umwelteinflüsse verschiedenster Art.

Fettige Haut

Viele Leute glauben, fettige Haut entstehe durch falsche Pflege und andere äußere Einflüsse. Doch dem ist nicht so! Ursache für die Fettproduktion sind die in der Haut vorhandenen Talgdrüsen. Diese werden durch Stoffe und Hormone angeregt oder gehemmt.

Von diesen Stoffen und Hormonen gehen Signale aus, die von den Rezeptoren aufgefangen und an die inneren Zellen der Drüsen weitergeleitet werden. Beim fettigen Hauttyp reagieren diese Rezeptoren besonders stark. Nur schon winzige Reize durch Hormone regen die Talgproduktion mehr als nötig an. (Die Empfindlichkeit der Rezeptoren ist meist erblich bedingt).

Fettige Haut bildet sich meist ab Beginn der Pubertät. Das hängt mit dem zu dieser Zeit in großen Mengen produzierten Hormon Testosteron zusammen. Denn Testosteron, das von Männern wie auch von Frauen produziert wird, aktiviert die Fettproduktion. Da aber die Hormonproduktion im Laufe des Lebens abnimmt, geht damit auch die Fettproduktion zurück. Fettige Haut ist daher nur ein Problem in jungen Jahren. Ab dem 30-sten Lebensjahr bildet sie sich höchstens noch in der T-Zone.

In der T-Zone, am Dekolleté sowie an Rücken und Schultern sitzen die meisten Talgdrüsen. Es ist also eine höhere Fettproduktion vorhanden. In diesen Bereichen neigen die Poren zu Verstopfungen, und es können sich leicht Mitesser bilden.

Trockene, empfindliche Haut

Trockene Haut sieht wunderschön aus. Fein, zartporig, gleichmäßig und samtig weich. Hautunreinheiten, fettiger Glanz oder Überempfindlichkeit sind ihr fremd. Im Alter braucht sie jedoch viel Pflege, um ihre "Schönheit" nicht zu verlieren.

Der einzige Nachteil trockener Haut ist die Tatsache, dass die Talgdrüsen zu wenig Fett produzieren. Somit ist der nötige Schutzmantel der Haut zu dünn. Darunter leidet vor allem die Hornschicht der Haut. Dadurch, dass die Hautzellen nicht mehr so dicht aneinander grenzen, entstehen winzig kleine Lücken, durch die schädliche Umwelteinflüsse beinahe ungehindert eindringen können. Da die Haut durch diese Lücken Flüssigkeit verliert, trocknet die Haut sehr schnell aus, und es kommt zu früher Faltenbildung, was bei optimaler Pflege jedoch weitgehend verhindert werden kann.

Menschen mit trockener Haut leiden oft unter der Beschaffenheit ihrer Haut. Sie ist rau und spröde, spannt und juckt manchmal extrem. Schon nach einem kurzen Bad trocknet die Haut noch weiter aus, und im Winter ist es manchmal so schlimm, dass sich sogar Ekzeme bilden können. Da helfen nur fetthaltige Crèmes oder Salben.

Empfindliche Haut sieht ähnlich aus wie die Trockene und ist auch ähnlich beschaffen. Nur ist sie zusätzlich sehr dünnschichtig und wenig pigmentiert.

Am meisten ist dieser Hauttyp bei hellhäutigen und blassen Menschen mit blondem und rotblondem Haar anzutreffen. Bei diesem Hauttyp spielt der Seelenzustand eine wichtige Rolle. So ist es häufig, dass bei Stress und Ärger rote Flecken auf Gesicht, Hals und Dekolleté erscheinen.

Haut älterer Menschen

Mit zunehmendem Alter verändert sich der Aufbau der verschiedenen Hautschichten. Sie werden beträchtlich dünner. Die Fettschichten nehmen ab, ebenso die Kollagenfasern und die elastischen Fasern. Die Anzahl der eingelagerten Schweißdrüsen wird geringer. Die Durchblutung, und damit die Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen, geht zurück.

Insgesamt führen diese Veränderungen dazu, daß die Haut älterer Menschen dünn und trocken ist. Sie ist auch deutlich weniger elastisch, als dies vorher der Fall war. Darum ist die Haut jetzt leichter verletzbar und Wunden heilen langsamer.

 

Quellennachweise:

Gymnasium St. Klemens DMS Semesterarbeit im Fach Informatik von J. Kunz und P. Sefl 2. DMS

Johnson & Johnson Wundmanagement www.medicus.de